Übersicht
Wenn Kinder ihr erstes Smartphone oder Tablet bekommen, sollten Eltern unbedingt die vorhandenen Elterntools nutzen, um ein sicheres digitales Umfeld zu schaffen. Außenstehende kommentieren das gern mal mit „Helikoptereltern machen sowas“, aber das ist Unsinn. Kinder brauchen – je nach Alter – einen geschützten Rahmen, um dieses umfangreiche und gefährliche Medium überhaupt erst zu verstehen und verantwortungsvoll zu nutzen.
Wir lassen Kleinkinder schließlich auch nicht direkt unbeaufsichtigt auf die Straße oder mit Feuer spielen und hoffen dann einfach das nichts schlimmes passiert. Warum sollte es bei digitalen Geräten anders sein?
Lass dich also nicht entmutigen, wenn andere bei diesem Thema dumme Kommentare abgeben. Als Eltern ist man solche Sprüche gewohnt. Für Außenstehende macht man als Eltern ja ohnehin ständig alles falsch.
Damit du als Neuling einen guten Überblick über die App und ihre Funktionen bekommst, habe ich diesen Beitrag geschrieben. Vielleicht erleichtert er dir den Einstieg oder beantwortet offene Fragen. Und wenn etwas fehlt: Schreib es gern in die Kommentare. Ich ergänze den Artikel laufend – er soll schließlich anderen Eltern helfen, nicht mir.
Was ist Google Family Link?
Google Family Link ist eine kostenlose App, mit der Eltern die Smartphone-, Tablet- oder Chromebook‑Nutzung ihrer Kinder begleiten können. Du kannst mehrere Erwachsene hinzufügen (z. B. beide Elternteile oder auch Großeltern) und ebenso mehrere Kinder verwalten.
Ein Elternteil ist der Familienadministrator, weitere Erwachsene können als Elternteil oder Mitglied hinzugefügt werden. Kinder werden als „Mitglied unter Elternaufsicht“ geführt.
Für jedes Kind lassen sich zahlreiche Einstellungen festlegen: von FSK‑Grenzen im Play Store über Tageslimits und Ruhezeiten bis hin zu App‑Limits für einzelne Anwendungen. Auch der Standort des Geräts kann angezeigt oder das Gerät zum Klingeln gebracht werden. Letzteres habe ich bei beiden Kindern schon mehrfach gebraucht – die Klingel‑Funktion ist Gold wert.
Kein Überwachungstool, sondern Werkzeug für Medienkompetenz
Family Link ist kein Überwachungstool. Natürlich könnte man es so nutzen, aber mal ehrlich: Wer hat dafür bitte Zeit? Wir alle haben genug um die Ohren.
Die App soll vor allem helfen, einen sicheren Rahmen zu schaffen. Ab dem 16. Geburtstag können Jugendliche diesen Rahmen selbstbestimmt verlassen und ihr Konto eigenständig verwalten. Ich habe das bei meinem Sohn testweise ausprobiert: Als ich sein Alter am Tag vor seinem Geburtstag testweise so geöndert habe, dass er am nächsten Tag statt 14 plötzlich 16 Jahre alt wird, bekam er am Geburtstag eine Mail, dass er nun selbst entscheiden kann, ob die Eltern weiterhin Aufsicht haben sollen. Ich bekam nach seiner Entscheidung eine Info per Mail, dass er sein Konto selbst verwaltet. Mit dem korrekten Geburtsdatum ließ sich das natürlich wieder rückgängig machen.
Auch die Standortfunktion ist transparent: Kinder bekommen eine Benachrichtigung, wenn der Standort abgefragt wird. Heimliches Überwachen funktioniert also nicht. Und das ist gut so.
Trotzdem rate ich davon ab, die Standortfunktion komplett zu deaktivieren. Smartphones sind teuer, und Kinder verlieren oder verlegen Dinge nun mal. Im Fall der Fälle ist es besser, das Gerät orten zu können.
FamilyLink einrichten
Die Ersteinrichtung von Family Link ist wirklich unkompliziert. Du brauchst dafür nur dein eigenes Smartphone und das Gerät deines Kindes. Das Wichtigste ergibt sich dann Schritt für Schritt im Einrichtungsprozess. Entweder direkt auf dem neuen Gerät des Kindes oder über dein eigenes.
Als unsere Tochter zu Weihnachten ihr Samsung‑Tablet bekam, hatte sie noch kein Google‑Konto. Also habe ich es direkt auf dem Gerät erstellt und Family Link gleich mit eingerichtet.
Während der Ersteinrichtung führt dich Family Link automatisch durch alle wichtigen Punkte: Datenschutz, FSK‑Einstellungen, App‑Freigaben und mehr. Für jedes Alter gibt es sinnvolle Voreinstellungen, die du später jederzeit anpassen kannst.
Im Folgenden gehe ich einmal durch die komplette App und erkläre die wichtigsten Funktionen – inklusive meiner Erfahrungen und Empfehlungen aus dem Alltag.
Bildschirmzeit
Heutige Bildschirmzeit und Nutzungszeiten
Unter „Heutige Bildschirmzeit“ siehst du, wie lange dein Kind das Gerät wirklich genutzt hat. Ein Tipp darauf zeigt dir detailliert, welche App wie lange genutzt war.
Darunter findest du die Geräteverwaltung. Hier kannst du das Gerät komplett sperren oder Bonuszeit vergeben.
Praktisch: Kinder bekommen kurz vor Ablauf ihrer Zeit eine Benachrichtigung. Sie werden also nicht plötzlich mitten im Spiel rausgeworfen – das vermeidet Drama.
Geräteeinstellungen
Wählst du ein einzelnes Gerät aus, kannst du dort spezifische Einstellungen vornehmen:
- Gerätenamen vergeben
- Ton abspielen um das Gerät zu finden (Sofaritze, Bettspalte – man kennt es)
- Sperrbildschirm‑Einstellungen anpassen
- Neues Passwort setzen falls das alte vergessen wurde
- Gerät komplett löschen z. B. bei Verlust
Apps aus unbekannten Quellen solltest du nur in deinem Beisein erlauben. Sonst landen schnell Apps aus dubiosen Quellen auf dem Gerät. Dies birgt ein Virenrisiko oder die Umgehung von Sperren oder App-Verboten.
Auch Entwickleroptionen sowie Datum/Uhrzeit verstellen sollten deaktiviert bleiben. Da müssen Kinder wirklich nicht dran herumspielen.
Mein Tipp: Gerade die Sperrbildschirm-Einstellungen sind ganz interessant. So kann das Kind z.B. bestimmte Apps nutzen trotz Sperre. Gut für Lernapps oder eReader-Apps wie Kindle.
Zeitlimits festlegen
Hier kannst du bestimmen, wie lange dein Kind das Gerät täglich nutzen darf. Das geht auf zwei Arten:
- Tageslimit (z. B. 1 Stunde Gesamtzeit)
- App‑Limits für einzelne Apps (z. B. Spiele stark begrenzen, Lernapps unbegrenzt lassen)
Diese Kombination ist sehr nützlich um eine gesunde Balance zu schaffen.
Zeitpläne
Auch wenn beides ähnlich klingt, sind da komplett unterschiedliche Funktionen. Mit den Zeitplänen legst du fest, wann das Gerät überhaupt genutzt werden darf. Zum Beispiel:
- unter der Woche bis 20 Uhr
- am Wochenende länger
- individuelle Zeiten pro Wochentag
Das verhindert, dass Kinder ihre Zeitlimits bis spät abends aufsparen um dann heimlich unter der Bettdecke zu spielen.
Der Schulmodus ist besonders praktisch: Er blockiert ablenkende Apps während des Unterrichts, lässt aber wichtige Funktionen wie Notrufe zu.
Aber bitte vorher abklären ob eine Tabletnutzung an eurer Schule erlaubt ist! Bei uns geht das an der weiterführenden Schule nach Beantragung im Sekretariat.
Einstellungen
Kontoeinstellungen
Hier kannst du grundlegende Daten des Kinderkontos verwalten:
- Name
- Geburtstag
- Profilfoto
- Passwort
- Konto löschen (falls nötig)
Nichts Spektakuläres, aber wichtig, wenn sich etwas ändert.
Google Play
Eine der wichtigsten Optionen meiner Meinung nach! Für diese Kategorie sollte man sich Zeit nehmen und alles genau überdenken und einstellen.
Genehmigungen für Käufe und Downloads
Hier legst du fest, wie Kaufaktionen (z. B. In‑App‑Käufe) getätigt werden dürfen. Bei uns ist die Einstellung: „Nur kostenpflichtige Inhalte“.
Man erhält dann bei kostenpflichtigen Inhalten als Eltern eine Anfrage. Bei Genehmigung wird der Betrag von der “Familienzahlungsmethode” abgebucht. Ohne Genehmigung bekommt das Kind eine Einblendung dass der Kauf nicht erlaubt wurde und abgebrochen wird.
Inhaltsbeschränkungen
Hier bestimmst du bis zu welcher FSK‑Stufe dein Kind Apps, Spiele, Filme und Serien sehen oder kaufen darf.
Zusätzlich kannst du bei Büchern sexuell explizite Bücher sperren. Bücher haben ja leider keine Altersbeschränkungen. Und einige Genres eignen sich nicht für Kinder. Zum Beispiel Dark Romance definitiv nicht.
Wichtig: Diese Einschränkungen gelten nur für den Play Store. Das bedeutet nicht, dass dein Kind nicht über andere Apps oder Websites auf ungeeignete Inhalte stoßen kann.
Mein Rat: Ich empfehle eine altersgerechte FSK-Stufe. Es kann aber nötig sein, für einzelne Apps diese kurzfristig zu erhöhen. Zum Beispiel ist Roblox mittlerweile als USK 16 eingestuft. Was einerseits gut ist, da das Kind diese dann nicht einfach unabgesprochen runterladen kann. Dann aber eben eine “Freischaltung” benötigt.
Bitte überprüfe trotz altersgerechter Einstellung heruntergeladene Apps, nicht alles mit FSK 0 ist automatisch kindgerecht. Für jede vom Kind heruntergeladene App bekommt man über die Family Link App eine Benachrichtigung.
YouTube Einstellungen
YouTube ist ein riesiges Thema! Und eines der wichtigsten. Bitte nicht einfach die App komplett sperren. Kinder müssen lernen, mit YouTube umzugehen. Und das geht nur, wenn sie es nutzen dürfen. Am besten begleitet, nicht allein. Oder zumindest regelmäßig thematisieren und darüber sprechen was das Kind so schaut. Zeig dich interessiert!
Du kannst Einstellungen sowohl für YouTube Kids als auch normales YouTube und YouTube Music vornehmen. Da K2 schon 9 Jahre alt ist, nutzt sie das normale YouTube.
Wichtige Einstellungen:
- Pausenerinnerungen aktivieren
- Zeitlimit für Shorts setzen (wirklich wichtig!)
- Verlauf löschen
Zusätzlich:
- Kanäle sperren, die trotz Filter ungeeignet sind. Das geht in der Youtube App.
Und es gibt da echt einige YouTube-Kanäle, die absolut nicht kindertauglich sind, obwohl sie angeblich Content für Kids machen und bei Kindern sehr beliebt sind. Frag mal bei den Freunden deiner Kinder nach und schau dir die Kanäle später an. Das ist ein erhellendes Erlebnis.
Mein Rat: Gerade das Zeitlimit für Shorts halte ich für sehr wichtig, dieser kurze Content ist höchst gefährlich. Denn der exzessive Konsum von solchen Kurzvideos (wie YouTube Shorts) trainiert das Gehirn darauf, nach schnellen Dopamin-Kicks zu lechzen und verkürzt nachweislich die Aufmerksamkeitsspanne, führt zu reduzierter Impulskontrolle, Konzentrationsproblemen und mentaler Erschöpfung. Absolutes Gift für Kinder. Für Erwachsene auch, nebenbei bemerkt.
Google Chrome und Web
Hier steuerst du, welche Websites dein Kind besuchen darf.
Du hast drei Optionen:
- „Versuchen, anstößige Websites zu blockieren“ (gute Standardwahl)
- zusätzlich einzelne Websites sperren (z. B. Bild, Nius, Facebook, Knuddels..)
- Nur erlaubte Websites zulassen (gut für jüngere Kinder)
Die Erweiterten Einstellungen sind ebenfalls wichtig:
Denn dort kann man unter anderem Kindern erlauben, dass sie selbst Websites die Berechtigung für Kamera, Mikrofon oder Standort erteilen. Das ist gefährlich.
Mein Rat: Erstmal alles sperren und später gezielt freigeben, wenn du mit deinem Kind darüber gesprochen hast.
Google Suche
Hier stellst du ein, wie streng die Google‑Suche gefiltert wird.
Für Kinder empfehle ich:
- „Filter“ → ungeeignete Inhalte (anstößige Bilder, Texte und Links) werden ausgeblendet
- Personalisierte Suche deaktivieren (weniger Datenspeicherung!)
Vor allem die Bildersuche kann sonst schnell problematisch werden.
Kontakte, Anrufe und Nachrichten
Ein extrem wichtiger Bereich, besonders für ältere Kinder.
Du kannst festlegen:
- Wer Kontakte hinzufügen darf
- Mit wem das Kind telefonieren oder schreiben kann
- Ob sensible Inhalte verpixelt werden
Letzteres solltest du immer aktivieren. Google warnt Kinder dann vor dem Versenden von Nacktbildern und verpixelt entsprechende, eingehende Inhalte automatisch.
Zusätzlich gibt Google hier hilfreiche Tipps, wie man mit Kindern über das Senden und Empfangen sensibler Fotos oder Videos spricht.
Wichtig: Diese Einstellungen gelten nur für Google Messages. Nicht für WhatsApp oder andere Messenger. Bitte thematisiere das unbedingt mit deinem Kind! Noch ein Tipp zum Thema Cybergrooming: Gefangen im Netz
Das Kind wird vor dem versenden von Nacktbildern gewarnt, aber nicht komplett gehindert. Und Eltern werden über das versenden von Nacktbildern nicht benachrichtigt.
Apps blockieren oder einschränken
In dieser Ansicht siehst du alle auf dem Smartphone installieren Apps und kannst diese nach Nutzungszeit, Name oder Installationsdatum sortieren.
Mit einem Fingertip auf die jeweilige App kannst du detaillierte Einstellungen vornehmen wie Zeitlimits festlegen oder die App komplett blockieren. Zudem kannst du unter “App-Details” sehen, welche Berechtigungen die App hat und diese auch deaktivieren.
Mein Rat: Vor allem bei der Ersteinrichtung sollte man sich als Elternteil die Zeit nehmen alle Apps durchzuscrollen und ungeeignete Apps die nun mal auf so einem Gerät vorinstalliert sind erinschränken oder gar blockieren. Auf dem Samsung-Tablet habe ich zum Beispiel auch den Galaxy Store blockiert, da ich nicht möchte, dass mein Kind dort Apps lädt, die bei Google Play blockiert wären oder die es aufgrund der FSK-Einstellung sonst vielleicht gar nicht sehen würde.
Und bitte unbedingt bei den Berechtigungen auch mal darauf schauen, welche Apps eine Kamera- oder Mikrofon-Berechtigung haben.
Google Assistant
Die Einstellungen für Google Assistant sind nur relevant insofern man dem Kind die Nutzung erlaubt. Auf allen Geräten die ich nutze oder meine Kinder nutzen, wird der nervoige Assistant sofort deaktiviert. Daher hab ich das gar nicht eingerichtet.
Sollte das in deinem Haushalt anders sein, und zum Beispiel auch der Home Assinstant im Haushalt genutzt werden, nimm dir bitte die Zeit die Jugendschutzeinstellungen hier vernüntig einzureichten. Man kann dem Assistant auch beibringen das Kind zu erkennen, was bei einer Nutzung meiner Meinung nach Datenschutztechnisch wichtig ist. Denn Google speichert von Kindern keine Daten und nutzt sie auch nicht für KI-Trainings.
Google Fotos
Hier findest du nur eine einzige Einstellung: Ob dein Kind Fotos teilen darf.
Und mein Rat: Nein! Einfach Nein. Und ich denke mal es ist selbsterklärend warum die Antwort Nein lautet. Oder?
Standort
Der Standortbereich erklärt sich fast von selbst.
Wichtig zu wissen:
- Kinder sehen immer, wenn der Standort abgefragt wird
- Heimliches Tracking ist nicht möglich (und das ist wie bereits erwähnt gut so)
- Die Funktion ist extrem hilfreich, wenn
- das Kind sich nicht meldet
- das Gerät verloren oder verlegt wurde
Letzteres passiert deutlich häufiger.
Abschließende Worte
Wie Du siehst kann Google Family Link eine ganze Menge und gibt uns Eltern viele gute Tools an die Hand. Es ersetzt keine Gespräche und keine Regeln. Aber es schafft einen Rahmen in dem Kinder lernen können sich im digitalen Dschungel zurechtzufinden und Verantwortung zu übernehmen.
Wichtig ist: Family Link bedeutet nicht Misstrauen und Kontrolle. Es bedeutet Begleitung.
Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die wir selbst erst lernen mussten. Wir hatten damals die Möglichkeit, langsam in diese digitale Welt hineinzuwachsen. Als ich Kind und Teenager war, war das Internet noch vergleichsweise jung und weit harmloser als heute. Es gab kein Facebook, Twitter oder TikTok. Es gab keine Smartphones. Unsere Handys konnten damals nur SMS und den WAP-Button des Todes. Da hatte man das Internet nicht überall dabei oder konnte es sich leisten im Netz zu surfen.
Heute gibt es das alles. Das digitale Medium ist gefährlicher als damals. Weil es mehr kann. Immer und überall. Kinder brauchen einen geschützten Rahmen um Erfahrungen zu sammeln und Dinge richtig einschätzen zu lernen. Family Link hilft dabei, genau diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Ein kleiner Zusatz – Was Family Link nicht ist
Family Link sollte nicht als Überwachungstool genutzt werden um seine Kinder zu überwachen oder zu kontrollieren. Bitte sieht dieses Tool als eine Hilfe, deinem Kind in den ersten Schritten in die digitale Welt eine Stütze und ein Sicherheitsnetz zu geben. Etwas, dass man mit jedem Schritt gewonnener Erfahrung und Sicherheit abbaut. Dieses Werkzeug ersetzt vor allem keine Gespräche.
Das A&O einer guten Eltern-Kind-Beziehung ist offene Kommunikation und ein sicheres, wertfreies Umfeld. Erkläre deinem Kind wenn du Apps sperrst, warum du das tust. Erkläre deinem Kind auch wenn es irgendwas nicht nutzen kann, warum es das nicht nutzen kann. Macht feste Regeln ab. Sprich mit deinem Kind über seine Lieblings-Youtuber, was es so für Videos guckt, schau auch mal mit ihm zusammen. Wenn es Social Media nutzen will, dann redet darüber was es alles gibt und was die Vor- und Nachteile davon sind.
Ja das kostet Zeit. Aber es ist so unfassbar wichtig das zu tun!
Ich habe in Gesprächen schon öfter von Eltern erzählt bekommen, dass sie Tools wie Family Link nicht nutzen, sondern sich jeden Abend das Smartphone geben lassen und darin dann JEDE Kommunikation nachlesen und welche Apps geöffnet wurden. Das überschreitet Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. Auch Kinder haben ein Recht auf Privatsphäre.
Ich kann die Sorgen, die hinter solchen Maßnahmen stehen, durchaus verstehen. Man möchte wissen mit wem das Kind was schreibt, ob es unangemessene Bilder erhält oder versendet. Ob es Gefahren wie Cybermobbing oder Cybergrooming ausgesetzt ist. Aber einfach im Smartphone des Kindes alles durchzulesen und anzuschauen und damit die Privatsphäre seines Kindes mit Füßen platt zu trampeln, macht alles kaputt von dem ich gerade geschrieben habe. Es sorgt dafür, dass das Kind Dinge heimlich tut, dass es sich von seinen Eltern entfernt und kein Vertrauen mehr hat. Und vor allem: Das es bei Problemen nicht die Hilfe der Eltern sucht, sondern versucht das irgendwie für sich auszumachen, weil es Angst vor Ärger hat.





















@follow wobei die verfügbaren Tools immer noch schlecht sind… Leider enden die Eingriffsmöglichkeiten genau dort, wo das Geldverdienen beginnt
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Ja, absolut! Das beste Beispiel dafür ist Youtube und Werbefreiheit. YT-Premium geht u13 nicht.
Und ich könnte das akzeptieren, wenn man u13 keine Werbung sehen würde oder das zumindest als wählbare Option hätte. Aber sie wird nur gefiltert. Und das ist wirklich inakzeptabel.
@follow da ist nur ein schmaler grad zwischen "das kind ist generell zu jung um ein smartphone zu besitzen" und "das kind weiß besser mit solchen Geräten umzugehen als ich, wir haben damals unseren eltern auch das internet erklären müssen"
sollte man das nicht mit kommunikation überbrücken können? müssen es da die einschränkenden fesseln sein. mich hat sowas als kind eher herausgefordert
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@torsten
Das ist ein sehr individuelles Problem. Ich habe hier z.B. zwei Kinder, beide mit schwerem ADHS und Autismus. Der Große war 7 Jahre alt als er die PIN vom Amazon Fire-Tablet geknackt und sonntagmorgens für 4500€ Lego-Sets bei Amazon bestellt hat.
Seitdem haben wir hier den Spagat zwischen "Wir sind beide Digital Natives, wir müssen unsere Kinder an das Internet und Mediennutzung heranführen." und "Wir müssen genau schauen, was die Jungs im Internet treiben, weil unbeaufsichtigt bringt das sehr sehr schnell schwere Konsequenzen mit sich." hin bekommen.
Und nein, Google Family Link löst diese Probleme nicht in dem Umfang wie es in unserem speziellen Fall nötig wäre.
@follow
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Ja die Amazon-Tablets sehe ich aus eiiinigen Gründen sehr kritisch. Unter anderem auch aufgrund der sehr laschen Eltern-Sicherung mit dem Pincode. Aber da könnte ich auch ne ellenlange List runterschreiben.
Angefangen bei dem Appstore mit den ganzen Schrott-Apps, die Kinder mit einem einzigen Fingertip runterladen können und das Tablet vollmüllen.
Und ja, Google und Family Link sind nicht perfekt. Ich finds zum Beispiel auch blöde, dass man Kinder u13 nicht bei YT-Premium aufnehmen kann. Was soll der Mist? Die sollen nicht mit Werbung zugeballert werden! Egal wie die gefiltert ist. Keine Werbung. Punkt.
Gegenfrage: Siehst du einen Fahrradhelm oder einen Gurt im Auto als einschränkende Fessel?
Egal wie viel man mit Kindern redet, die können erstmal nicht begreifen, dass ein scheinbar netter Mensch nicht wirklich 9 Jahre alt ist Freundschaft will, sondern Günther heißt, 45 Jahre alt ist und das Kind erpressen möchte.
Oder dass Menschen im Internet Hass und Lügen verbreiten. Um nur mal zwei sehr häufige Beispiele zu nennen.
Das Internet von heute ist nicht mehr das Internet von 1990 oder 2002.
Und mit Smartphones kann man heute weit mehr anstellen, als früher am Handy versehentlich auf den WAP-Button drücken und in Sekunden die Prepaidkarte leeren, Ascii-SMS verschicken oder schlecht aufgenommene, verspielte Bildchen vom Klapphandy senden.
Und was Kommunikation angeht: Wie ift soll ich das in dem Artikel noch erwähnen, dass Family Link die Kommunikation nicht ersetzt und Kommunikation immens wichtig ist?