Ich habe mich entschieden, das mal ganz anders aufzuziehen und nicht einfach nach 8 Wochen noch mal zu berichten, wie sich Pixelfed nach zwei Monaten kontinuierlichem Posten entwickelt.
Ich hab gedacht, ich teste direkt mal, wie ein neuer Instagram Account sich dazu entwickelt.
Dies wird über diese zwei Monate so ein kleiner, aber unregelmäßiger Bericht.
14. Juli
Erster Tag Instagram. Lichtmagie2025 hab ich den Account genannt. Erster Post. Keine Likes, keine Follower. Hmpf. Pixelfed Zwischenstand: 55 Follower.
18. Juli
Juhuuuu, ich hab nach 4 Tagen und 6 Posts meinen ersten Like und ersten Follower! Allerdings ist das ne Firma die ihren Account mit Werbung zugepflastert hat. Also ist der Follower vermutlich bald wieder weg.
Ich überlege den Namen zu ändern. Vielleicht hab ich da den Schwurbel-Blickwinkel außer Acht gelassen 😬 Lichtmagie klang für einen Fotoaccount ganz gut. Licht ist immerhin wichtig für Fotografie. Aber Lichtmagie könnte man auch anders interpretieren.
Neuer Name: Nordherzfotografie. Ich wollte da keinesfalls meinen echten Vor- und Zunamen verwenden. Ich will da echt nicht bleiben. Denn ich hab jetzt schon kein Bock mehr (Ralf Prange lässt grüßen). Ich poste zu verschiedenen Tageszeiten, um zu gucken, ob ich dann mal Likes kassiere. Ich folge Leuten, herze Bilder in der Suche, die mir gefallen. Kommentiere. Alles, damit der Algorithmus mich lieb hat. Nicht, weil ich Bock drauf habe. Und dieses gezwungene, dieses müssen, es nervt mich.
Zwischenstand Pixelfed: 67 Follower, ein paar Kommentare und boosts und natürlich viele Likes! Ich kann die echt nicht zählen. Werde aber zum Schluss zumindest mal alle Likes der Fotos ab 14.7. zusammen rechnen.
20. Juli
Ich hab kein Bock mehr. Echt nicht. Ich hab auf Instagram 9 Posts und genau 1 Follower und 1 Like. Da kann ich auch mit der Wand daheim reden. Ist besser als Insta.
Pixelfed Zwischenstand: 68 Follower und 63 Likes auf 4 Posts seit dem 14. Juli. Hatte nämlich keine Lust jeden Tag zu posten. Und bei Pixelfed muss ich das ja auch nicht!
21. Juli
Ich hab tatsächlich schon überlegt aufzugeben. Mich nervt dieser Instabims so sehr. Ich hab keine Lust, da aktiv zu sein. Weil ich mich so gedrängt fühle. Ich habe am Wochenende die Insights angeschaltet, um zu sehen, wie viele das Bild überhaupt angucken ohne zu liken oder sonst was. Meine Theorie, dass der Algorithmus nur noch Bewegtbildcontent wie Reels pusht, ist damit eigentlich bestätigt. Denn schon ab Tag Eins wurde mein Content so ziemlich niiiiiiemandem angezeigt. Mal hab ich 0 Views, mal 3 oder 7. Und Insta gibt dann ja so Tipps wie ich Reichweite generiere. Und sagt – suprise, suprise! – ich soll doch mal Reels machen. Boah, Nein Danke.. Ich sag ja nicht, dass ich NIEMALS Reels machen würde. Sicher würde ich mal welche machen, um was zu zeigen, wo ich denke, dass es ein Mehrwert für meine Follower wäre. Aber gezwungen, ständig und dann irgendeinen generischen Rotz, nur damit irgendein Content produziert ist? Nö.
Denn, mal Hand aufs Herz, liebe Influencer, die ihr das vielleicht lest und selbst auf Insta regelmäßig Content macht: Wie oft habt ihr euch Content extra für Insta ausgedacht, anstatt das zu posten, worauf ihr wirklich Bock hattet? Die heute existierende Contentflut ist doch nur da, weil halt jeder meint, er muss täglich irgendwas rausballern, damit einen der Algorithmus lieb hat, damit man Reichweite hat. Und da kommen doch echt die dämlichsten Sachen bei raus. Teilweise schlechter gescriptet als Berlin Tag und Nacht. Das will doch keiner sehen, außer um sich mit irgendwas berieseln zu lassen, damit man irgendwie abgelenkt ist und das Hirn seine Dopamindosis bekommt.
Ich rante schon wieder. Der Frust ist groß.
12. August
Ich war im Urlaub, ich hab es einfach mal so weiterlaufen lassen wie ich Zeit und Lust hatte. Mittlerweile komm ich bei Instagram auf und 23 Beiträge und 39 Follower, sowie drei Stories – nichts besonderes, ich spreche weder etwas noch hampele ich vor der Kamera rum. Zwei Stories habe ich heute Morgen gemacht, weil ich so idyllisch im Sonnenaufgang fotografiert habe und hinter mir ein Typ mit seinem lauten Motorradgeknatter die Idylle versaut hat (der ließ einfach den Motor laufen und ging wieder ins Haus). Und vermutlich auch alle Anwohner wach gemacht hat, war nämlich kurz vor 6:30 Uhr.
Zwischenstand Pixelfed: 37 Beiträge, 85 Follower.
Ja, mittlerweile läuft Insta ganz okay. Die Mühe mit der gezwungenen Aktivität zahlt sich aus. Aber trotzdem macht es nicht wirklich Spaß. Es gibt zwar ein paar Likes. Aber man merkt halt auch, dass da einige dabei sind, die nur für ihren eigenen Algorithmus liken. Ebenso Kommentare. Es sind wenige dabei, wo man merkt, dass die von Herzen kommen. Oder zumindest, weil einem das Bild wirklich gefällt. Die meisten sind so typische “Ich muss ja aktiv sein und mach hier meine Daily Aufgaben (Liken, Kommentieren) damit der Algo mich lieb hat.” wie zum Beispiel folgender Kommentar: 👏👏👏
Im Gegensatz dazu bei Pixelfed: Alle Kommentare echt und mit Seele. Einige Kommentare, bei denen sich sogar eine Unterhaltung ergab.
18. September – Fazit
Update und Schlussfazit-Time! Das Tagebuch ist auch eingeschlafen *hüstl* Ich hab nicht regelmäßig gepostet. Ich bin einfach niemand, der tagtäglich kontinuierlich Bilder postet. Mal nen kleinen Text, einen Gedanken, ein, zwei Sätze zu aktuellem Tagesgeschehen – das ja! Aber nicht jeden Tag Insta & Pixelfed auf, ein Bild raussuchen, Texte und Hashtags dazu verfassen. Das ist für mich pure Quälerei. Ich poste sowas wenn ich Bock habe. Und entsprechend ist das auch eingeschlafen. Zumal ich zwischendurch wochenlang übel mit meinem kaputten Rücken zu tun hatte und mich kaum bewegen konnte. Dazu noch der Stress mit dem Schulanfang, viel zu tun, viele Termine (Elternabende lassen grüßen). Da hat man echt keine Lust auch noch sich um sowas zu kümmern.
Die nackten Zahlen *Trommelwirbel* (Stand 18.09. 11:20 Uhr)
Ich komme bei Instagram aktuell auf 27 Beiträge und 38 Follower. Mit allen 27 Posts komme ich auf insgesamt 439 Likes und 14 Kommentare. 0 Beiträge wurden geteilt.
Ich hab am 9. September nach fünf Wochen mal wieder was gepostet und seitdem noch drei weitere Beiträge veröffentlicht. Reaktionen auf diese vier Posts: Insgesamt 12 Likes (jeweils 2×4 Likes und 2×2 Likes), sowie NULL Kommentare. Erreichte Konten laut Insights: Jeweils einstellig. Heißt: Der Algo hat mich nicht mehr lieb. Ich mache nicht den Content (aka Reels) der interessant ist, ich poste nicht regelmäßig und bin nicht täglich aktiv. Ich bin unsichtbar.
Bei Pixelfed hingegen: 43 Beiträge und 93 Follower. Ich habe mit 23 Posts ab dem 14. Juli 2025 insgesamt 487 Likes, 16 Kommentare und 52 Boosts (Beitrag teilen) gesammelt.
Nun, die Like-Zahlen sind gar nicht sooo krass unterschiedlich auf den ersten Blick. Erst auf den zweiten Blick, wenn man sich die letzten Posts anschaut, die ich ungefähr gleichzeitig auf beiden Plattformen abgesetzt habe. Mit den gleichen Posts konnte ich auf Pixelfed viele Likes und direkt auch mehrere neue Follower gewinnen und je Post eine zweistellige Anzahl an Likes. Es bleibt also konstant, dank fehlendem Algorithmus. Bei Instagram kam ich je Post auf genau 2 Likes und es folgte mir irgendein komischer Shopaccount, der mir in den nächsten Tagen vermutlich schreibt, ob ich nicht Werbung für seinen Chinaschrott machen will (will ich nicht) und mir dann wieder entfolgt. Im Vergleich zu August hab ich auf Insta sogar Follower verloren anstatt gewonnen.
Für wen eignet sich Instagram?
Wenn du tagtäglich posten willst, wenn du bereit bist sehr viel aktiv zu sein und viel deiner Lebenszeit in einen sich verändernden Algorithmus zu investieren, Reels machen willst – Dann ist Instagram deine Plattform. Willst du aber nur posten, wenn du Lust hast und wozu du Lust hast, dann ist Instagram nichts für dich.
Für wen eignet sich Pixelfed?
Wenn du dich nach deiner Alternative sehnst, die dem alten Instagram gleicht – bevor es Reels und die kaputte Suche ohne Zeitsortierung gab – wenn du posten willst was und wann du willst ohne auf einen Algorithmus achten zu müssen, wenn du auch mal eine Social Media Pause (Detox) ohne Reue und ohne Inaktivitätsbann machen willst, wenn du vielleicht auch Meta nicht vertraust, dann bist du bei Pixelfed gut aufgehoben!


@follow
Ich fand nerdherz= Jennifer Büntemeyer
bei der Suche nach Anregungen zur Umstellung von Instagram auf Pixelfed. Das war bisher der beste Text für meine Suche.
Doch bleibt die Frage unbeantwortet, wie ich die mir liebgewonnenen Chatpartner von Instagram zu Pixelfed locken kann.
#instagram #instagramverlassen
Remote-Antwort
Ursprüngliche Kommentar-URL
Dein Profil
Why do I need to enter my profile?
This site is part of the ⁂ open social web, a network of interconnected social platforms (like Mastodon, Pixelfed, Friendica, and others). Unlike centralized social media, your account lives on a platform of your choice, and you can interact with people across different platforms.
By entering your profile, we can send you to your account where you can complete this action.
Das ist auch nicht so einfach zu beantworten. Einige sind interessiert und durchaus bereit sich Pixelfed mal anzuschauen und erkennen auch die Vorteile. Aber andere hängen so sehr an ihrem Algorithmus-Feed und haben Angst ihre Freunde zu verlieren, dass sie mit Pixelfed gar nicht klar kommen oder es erst gar nicht probieren wollen.
Da muss man individuell nach Person argumentieren und vor allem mit guten Beispiel voran gehen. Mehr schlaue Tipps hab ich leider auch nicht.
Viele die ich von Twitter kannte, sind nicht mit ins Fediverse gewechselt. Allerdings vermiss ich davon nun rückblickend niemanden wirklich. Ich bewerte diese User heute teilweise sogar anders und denke bei manchen es ist besser so.
[…] Pixelfed vs. Instagram – Follower generieren. Ein Selbstversuch […]